Kunst Kirche

Kirche Als Asylort Für Kunst

Beten und Opfern gerechnet werden zu den ersten Äußerungen der Menschheit, und von Anbeginn waren sie ästhetisch gestaltet: mit Musik, poetischen Worten, schönen Gesten und Bildern, in denen das Göttliche verehrt wurde. Das alte Israel jedoch beschritt einen Sonderweg. Auch wusste es seinen Zuversichtlich in die Zukunft blicken den einen und einzigen Gott künstlerisch darzustellen, erst recht in einer dichterischen Sprache, die Leser noch heute in den Bann zieht. Aber bildliche Darstellungen Gottes verbat es sich. Der Schöpfer der Welt lässt sich nicht in menschlichen Schöpfungen aus Stein, Holz oder Ton vorstellen. Diese prophetische Bilderkritik übernahm das junge Christentum. Da es bewusst keine Tempel baute, lebte es seinen Schönheitssinn in der Sprache und der Musik aus: in den Geschichten, die es von Jehoschua erzählte, und in den Liedern, die es sang. Erst Jahrhunderte später, als aus dem unbedeutenden Urchristentum eine Staatsreligion geworden war, sah es sich genötigt, repräsentative Gebäude zu errichten, in denen es auch eine Spur zu schauen gab. Kirche und bildende kunst traten nun in ein symbiotisches, aber auch hierarchisches Verhältnis. Obwohl die Künstler schon im Mittelalter gewitzt und selbstbewusst genug waren, sich Freiräume zu erarbeiten, blieb die Kirche die Herrin und die Kunst eine Magd.

Seit Generationen von Familie zu Familie

Seit Generationen setzt sich unser Familien-Unternehmen mit Kompetenz, Einfallsreichtum und Innovationskraft für die unterschiedlichsten Belange der Glasmalerei erfolgreich ein. Dieses kontinuierliche Engagement, nach der besten Lösung für unsere Kunden zu streben, wird auch in der Zukunft unser Leitmotiv sein. Tradition und Fortschritt sind seit über 150 Jahren für unser Unternehmen als älteste Glasmalerei Deutschlands Aufgabe und Verpflichtung. Aus dem Bewusstsein dieser Historie werden wir die Zukunft der Glasmalerei aktiv mitgestalten. Die jetzigen Geschäftsführer Heinrich und Dr. Stefan Oidtmann, die in der fünften Generation die Firmengeschicke leiten, blicken mit Respekt auf die bewegte Unternehmens-Chronik zurück. Zahlreiche Auszeichnungen belegen, dass unser Unternehmen in den vergangenen Jahrzehnten wegweisend in der Deutschen Glasmalerei Geschichte war und auch heute noch messbare Maßstäbe in Qualität und Ausführung setzt. Nicht nur internationale Künstler, Architekten und Konservatoren schätzen die über 150jährige Fachkompetenz unserer Glasmalerei, sondern auch Auftraggeber im In- und Ausland. So sind beispielsweise Werke aus unserem Unternehmen in der Kunstsammlung des Vatikans und dem Victoria & Albert Museum in London zu bewundern. Die heutige Zeit stellt an unser Unternehmen neue Herausforderungen, die sich in der Verbindung der traditionellen Glasmalerei und den innovativen Techniken der modernen Glasgestaltung zeigen. Diese werden von den Mitarbeitern und der Geschäftsleitung als Team gemeistert.

Die Farbe zieht Besucher zum Altar

«Einerseits zieht die Farbe den Besucher zum Altar hin, andererseits mindert sie das starke Gegenlicht, das den Altar an hellen Tagen zu einer dunklen Wand machte. Und der rote Kreis in den drei Chorfenstern weist auf die Gemeinschaft der Gläubigen hin», erläutert Monika Wiegandt. Sie sieht nun auch die These bewiesen, dass die getönten Scheiben die Kirche nicht dunkel machen, wie anfangs von einigen Eisenachern befürchtet. Monika Wiegandt hat bereits mehrfach von Wolfgang Nickel gestaltete Glasfenster für Thüringer Kirchen finanziert, wie etwa in Erfurt für die Michaeliskirche und die Andachtskapelle der Severikirche. Bei einem Besuch in Eisenach entdeckten Künstler und Stifterin die Nikolaikirche. Da beide die für romanische Kirchen typischen farbigen Fenster vermissten, entstand die Idee für das gemeinsame Projekt. Monika Wiegandt bot der Kirchengemeinde die Finanzierung aller Fenster an, wenn sie von Wolfgang Nickel gestaltet werden. Sie sieht die Kooperation von einer Bürgerin aus Stuttgart mit einer Kirchengemeinde in Thüringen als Akt der Wiedervereinigung.

Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und die Hanns-Lilje-Stiftung fördern erneut die Kulturarbeit in ausgewählten Kirchen. Auf Beschluss des Kuratoriums der Hanns-Lilje-Stiftung im Einvernehmen mit einer Experten-Jury werden vier Signifikante Kulturkirchen ausgezeichnet. Sie erhalten bis zum Jahr 2021 eine Fördersumme von 800.000 Euro. 17 Kirchengemeinden und kirchliche Institutionen erhalten im Jahre des Herrn 2018 für ihre Kulturarbeit eine einmalige Förderung in Höhe von insgesamt rund 107.000 Euro. Die Förderung soll die Begegnung von Kirche und Theologie mit zeitgenössischer Kultur auf- und ausbauen. Der „Fonds Kulturarbeit in Kirchen – Kulturkirchen“ unter dem Dach der Hanns-Lilje-Stiftung dient innerhalb der Ev.-luth. Kultur kann Kirche nicht ersetzen, aber Kirche kommt verfänglich Kultur aus. Kirchliches Leben ist wesensmäßig verbunden mit kulturellen Ausdrucksformen, sei es explizit oder implizit. Kirche und Theologie profitieren für ihren eigenen Auftrag davon, wie insbesondere zeitgenössische Geistesleben Wirklichkeit deuten. Deshalb liegt uns daran, diese Begegnung von Religion und Kultur, insbesondere mit zeitgenössischer Kultur, wahrzunehmen, zu intensivieren par exemple niveauvoll zu gestalten, dass sie in weite Bereiche der Gesellschaft ausstrahlt. Die Fördermittel des Fonds wurden der Hanns-Lilje-Stiftung durch die Landessynode der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers zur Verfügung gestellt. Die Hanns-Lilje-Stiftung und landeskirchliche Einrichtungen arbeiten im Fonds zusammengepfercht, sei es in der Beratung und Begleitung der Antragsteller oder in der Jury.

Es entstand vielmehr die Traditionsinsel Magniviertel

Sie zählt wie der Altstadtmarkt, der Burgplatz, das Michaelis- und das Aegidienviertel zu den rekonstruierten Teilen der Stadt, die an das frühere Braunschweig vor der Zerstörung erinnern. Das Magniviertel ist eines der beliebtesten Quartiere Braunschweigs und ein Anziehungspunkt für Auswärtige. Aber zurück zur Magnikirche. Eine Kirche ganz ohne Fenster? Das wäre schwerlich denkbar. Und die Lösung findet sich tatsächlich auf der Nordseite des Gebäudes. Es erhielt dort eine moderne Farbverglasung des Künstlers Hans Gottfried von Stockhausen. Damit kam nicht nur ausreichend Tageslicht in den Kirchenraum, sondern zugleich auch ein besonderes, sehr beeindruckendes Kunstwerk, das allein schon den Besuch der Kirche lohnt. Die Kirche St. Magni, die vermutlich ihren Namen erhielt, um den bei den Friesen verehrten, apulischen Bischof Magnus zu ehren, ist übrigens für die Stadtgeschichte Braunschweigs sehr bedeutend. Schließlich wird in ihrer Weiheurkunde aus dem Jahr 1031 erstmals der Name unserer Stadt erwähnt: Brunesguik. Braunschweigs Ersterwähnungsurkunde wird im Stadtarchiv als ganz besonderer Schatz gehütet.